So konnte der HIV-Community-Preis helfen  

Sie wollen wissen, wie es den Gewinnerprojekten des zweiten Ausschreibungsjahrs geht? Für welche Aktivitäten das Preisgeld verwendet werden konnte? Was mit dem Preisgeld bewirkt werden konnte?

Preisträger: HIVCENTER der JW Goethe-Universität Frankfurt
Projekt: »Helping Hand«

Unser Projekt spricht die größer werdende Patientengruppe aus vorwiegend afrikanischen Ländern an, die mit den bestehenden Angeboten nur schwer erreichbar ist. Durch eine speziell entwickelte Schulung werden die TeilnehmerInnen selbst zu ExpertInnen, die nicht nur die Fragen, Probleme und Tabus im Umgang mit der Erkrankung, sondern auch Sprache und Kultur kennen. Sie vermitteln Informationen zu Übertragungswegen und Besonderheiten der medikamentösen Therapie, beraten über ihre Rechte im deutschen Gesundheits- und Sozialsystem, ‘reichen anderen Patienten die Hand’ und schließen Freundschaften.
Mit dem Preisgeld konnten wir zum siebten Mal weitere ExpertInnen zur Verstärkung des Teams schulen. Neue Erfahrungen aus verschiedenen Ländern kamen dazu, die Sprachen italienisch, amharisch, tigrinja und arabisch ergänzen unsere Möglichkeiten bei der Begleitung und Unterstützung neuer PatientInnen. (Horst Herkommer, Psychosoziale Beratung / HIVCENTER) 

Preisträger: JES Bundesverband e.V.
Projekt: Kontaktladen VISION e.V.

Die Mitglieder und Aktiven des JES Bundesverbands und des Kontaktladens VISION e.V. haben sich sehr über die Verleihung des HIV-Community-Preises 2015, und besonders die damit verbundene Anerkennung ihrer Arbeit, gefreut.
Das Preisgeld wurde größtenteils verwendet, um anlässlich des 25-jährigen Bestehens viele JES Aktivist*innen in Köln zusammenzubringen und durch einen Fachtag unter dem Motto „25 Jahre Widerstand“ die vielfältigen Ansätze der JES Arbeit vorzustellen. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Präsentation des innovativen Projekts VISION, in dem sich betroffenenkompetente Mitarbeiter*innen und Sozialberufler*innen für drogengebrauchende Menschen einsetzen. Über diese Veranstaltung wurden viele Menschen auf die akzeptierende Selbsthilfe aufmerksam und konnten erfahren, in welch beeindruckender Form sich Menschen engagieren, denen im Allgemeinen nichts oder nur wenig zugetraut wird. Auch neue Interessenten für ein Engagement konnten auf dem Weg gefunden werden.
Die restlichen Mittel flossen in den Ausbau einiger „Serviceangebote“ die VISION e.V. für Drogenkonsument*innen vorhält, die nicht oder nicht ausreichend durch die städtischen Geldgeber abgedeckt werden.“ (Marco Jesse, Geschäftsführung Vision e.V.)

Fachtag „25 Jahre Widerstand“

Preisträger: AfroLebenPlus
Projekt: »AfroLebenVoice – Unsere Stimme gegen Diskriminierung«

Das Netzwerk hat gemeinsam entschieden, das Preisgeld für die Umsetzung von kleinen Aktionen vor Ort (also in verschiedenen deutschen Städten) auszugeben. Inzwischen sind insgesamt 15 kleine Veranstaltungen in München, Berlin, Köln, Hannover, Magdeburg, Bremen, Hamburg, Osnabrück, Saarbrücken und Dortmund durchgeführt worden:

Die Afro-Leben-Plus-Mitglieder haben Lesungen mit anschließenden Diskussionsrunden zu den Themen Migration/HIV/Stigmatisierung und Diskriminierung von Migrant_innen mit HIV organisiert. Es wurden Geschichten aus dem AfroLebenVoice-Fotobuch vorgelesen und mit den Anwesenden diskutiert. Einige haben die Motive der mobilen Ausstellung „AfroLebenVoice – unsere Stimmen gegen Diskriminierung“ genutzt, um ins Gespräch mit den Anwesenden zu kommen. Und die mobile Theatergruppe von AfroLebenPlus hat auf Basis der Geschichten des PhotoVoice-Projektes neue Szenarien entwickelt und ist damit bereits zwei Mal in afrikanischen Kirchengemeinden aufgetreten. (Tanja Gangarova, Referentin für Migration Dt. Aids-Hilfe)

AfroLebenVoice-Ausstellung Verlin 2014